10 Stunden im Bus sind nie komfortabel. Ueber Nacht macht es die Sache nicht besser. Ich beneide alle Mitreisenden um mich herum, die fast die ganze Zeit die Augen zu haben. Abermals sitze ich neben einer Einheimischen.
Sie arbeitet in Manila fuer eine australische Firma. Ihr Englisch ist besser als meins. Perfekt! Ich bekomme alle Informationen die ich brauche. Muede steige ich als erster Europaeer aus dem Fahrzeug. Fuer alle Nichtreisende, die es sich noch ueberlegen aufzubrechen. Vermeidet es! Die Einheimischen stuerzen sich auf einen "..., wie ein besoffener auf einer saueren Hering". Erratet ihr welchen Film ich hier zitiert habe? Zum Glueck kommt mir meine Sitznachbarin, deren Namen ich vergessen habe, zur Hilfe. Sie verschafft mir die noetigen 2 Minuten um der Traube zu entkommen. Ann und Mike brauchten dabei etwas laenger. In Banaue ein schoenes Zimmer zu finden ist nicht schwer. Fast alle Gasthaeuser haben einen wunderschoenen Blick auf die bis zu 2000 Jahre alten Reisterrassen, welche Banaue den Titel Weltkulturerbe eingebracht hat.
Jedoch kassieren die Hotstel- und Hotelbesitzer in fast ganz Banaue fuer Duschen und Strom, womit ich ueberhaupt nicht einverstanden bin. Meine Geduld wird am Ende bestens belohnt. Ich finde Randy's Guesthouse.
Der Besitzer Randy ist schon ueber 20 Jahre im Geschaeft und weiss was die Gaeste wollen. Einfach, aber sauber, ohne Extrakosten uebernachte ich fuer 200 Peso (ca. 4 Euro) die Nacht, wo andere fuer die Haelfte gerade einmal duschen und ein Telefon laden duerfen. Stolz zeigt er mir einen deutschen Reisefuehrer von 1993, in dem sein Haus empfohlen wurde. Nach einer knappen Stunde treffe ich Ann und Mike wieder. Unser Ziel heisst Batad. Ein winziges Dorf irgendwo in den Bergen, abgeschnitten von der fahrbaren Zilivisation. Mike besorgt uns ein "Tricicle", dass uns bis zum Haltepunkt faehrt. Allerdings muessen wir Maenner die letzten 5 km laufen. 4 Passagiere sind bei den Steigungen und Strassenverhaeltnissen zu viel fuer das Motorrad mit selbstgeschweissten Seitenwagen.
Gluecklicherweise kommt ein "Jeepney" vorbei. Mike handelt einen unschlagbaren Preis aus. Fuer 50 Cent duerfen wir auf dem Dach Platz nehmen.
Von nun an geht es nur noch zu Fuss weiter. Nach etwa 45 Minuten erreichen wir das verschlafene Dorf. Es ist schwer fuer mich die Gegend zu beschreiben. Am besten ihr macht euch selbst ein Bild.
Wir verzichten auf einheimische Hilfe. Es folgen noch einmal 1 1/2h Treppen rauf und Treppen runter. Quer durch die scheinbar immergruenen Reisfelder gehts direkt ohne groessere Schwierigkeiten zu einem wunderschoenen Wasserfall. Ich komme aus dem Staunen nicht mehr heraus. Besonders fanzinierend fuer mich ist das Bewaesserungssystem der Felder. Das Wasser kommt natuerlich ueberall den Berg herunter. Es fliesst einfach von einer Reisterrasse zur naechsten. Abseits gelegene Felder werden von einem kleinen Sammelbecken gefuellt. Ein einfacher Gartenschlau ueberbrueckt die Strecke zum naechstgelegenen Anbaufeld. Hervorstehende Steine ermoeglichen dem Wanderer oder besser Reisbauer einen leichten Aufstieg zur naechsten Terrasse. So eine ruhige, verschlafene Gegend habe ich selten gesehen. Am liebsten wuerde ich noch die eine oder andere Nacht bleiben. Nach 1h Pause gehts wieder zureuck zum Tricicle.
Mike und ich versuchen die Stufen die wir am Tag gelaufen sind zu ermitteln. Schon allein am Start und Endpunkt sind es 824. Wir einigen uns auf 4000-5000. Ich bin fix und fertig.
Am Abend faellt der Strom aus. Im Kerzenlicht bekomme ich in irgendeiner kleinen Garage noch ein Rest zu essen.
Ann und Mike wollen am naechsten Tag schon weiter nach Sagada. Das Problem dabei ist, dass eine Person zur unmenschlichsten Zeit um 6.30 Uhr am Busplatz die Tickets kaufen muss. Mike meldet sich freiwillig. Doch Ann mochte es ausknobeln. Nach schon 3 Runden Stein, Schere, Papier hat Ann schon 2 mal verloren. Bloss gut! Um 8 Uhr treffe ich die beiden am naechsten Morgen am Busplatz.
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