Dienstag, 14. Mai 2013

Taipei

In Taipei sicher gelandet. Die Stadt selbst war sehr einfach per Bus zu erreichen. Im Hauptbahnhof wurde ich erstmal erschlagen. Wahnsinn! Gaenge auch mal locker 200m lang in mindestens 5 Etagen. Auf den Bahnsteigen gibt es Makierungen, wo sich die Passagiere in die Schlange einreihen und fuer Frauen die in der Nacht fahren spezielle Wartebreiche. Neben der Eingangstuer zu Toilette gibts es ein Schild mit roten und gruenen Laempchen, welche Toilette grad frei oder besetzt ist. Fuer Herren der Schoepfung zusaetzlich die Pissoir.



Jeder Quadrtattmeter ist erschlossen. Was oben kein Platzt mehr hatte, wurde einfach unter die Erde verlegt. Selbst ein Laden mit dem Namen Reformhaus (nur deutsche Produkte z.B. Klosterfrau) konnte ich entdecken. Wo bitteschoen ist der Ticketschalter und wo muss ich eigentlich hin um zu meinem Hostel zu kommen. Fast alles in chinesisch. Leider waren unter den 1000 Menschen keine Gleichgesinnten auszumachen. Mir hat man es bestimmt angesehen, dass ich etwas verloren war. Nach 3 Minuten umherlaufen bot ein freundlicher Mann mir seine Hilfe an. Die habe ich dankend angenommen und im Gegenzug hatte ich mich bereit erklaert die ueberreichten Bibelverse (offentsichtlich ein Mann der fuer die Kirche Werbung machte) auf der Fahrt zu studieren. Ein Ticket zu kaufen haette auch nicht einfacher sein koennen.


Das Hostel was ich mir ausgesucht hatte war leider schon voll belegt. Alles in der Gegend auch schon. Angesaeuert und muede koennte ich noch einmal durch die halbe Stadt kurven.

Nicht nur der Bahnhof von Taipei ist beeindruckend. Gleich von Anfang an fuehlte ich mich nicht nur sicher, sondern auch sehr gut aufgehoben. Gefuehlte 80 Prozent junge Leute. Wo sind die Aelteren? Es war egal ob ich rechts oder links aus dem Hostel gehe. Auf 100m kann man sich an 20 verschieden Stellen was zu Essen kaufen und das fast ueberall und bis in die Nacht rein. Die kleinen abgehenden Gassen sind da nicht mit eingerechnet. Hinzu kommen noch Tee- und Kaffeelaeden, in denen es vom Espresso bis zum Bubbletea ob heiss oder kalt unzaehlige Varianten gibt. Die Gebaeude sind russgeschwaertzt aber dennoch voller Farbe. Fast jeder sichtbare Winkel ist uebersaeht mit Werbeschildern. Es gibt Hochstrassen die scheinbar planlos eingesetzt wurden. Beispielseise direkt am Fluss, wo in Europa die besten Grundstueckspreise erziehlt werden. 12 spurige Trassen mitten durch die Stadt. An jeder grossen Kreuzung regeln mehrere Beamte den Verkehr. Fussgaenger bekommen an diesen besagten Knotenpunkten alle gruenes Licht. Kreuz und quer ueber die Strasse habe ich bis dato nur im Fernsehen sehen duerfen. Zu den Ampelleuchten gibt es noch Sekundenanzeiger. Das gruene Maenchen bewegt sich virtuell gemaechlich ueber die Strasse. Doch in den letzten 5 Sekunden hat es, wie viele Fussgaenger auch, auf einmal eilig.



Die Menschen sind fast schon zu freundlich. Sie starren einen nicht wie in Indien an. Wenn es doch mal zum Blickkontakt kommt, haben sie fuer mich immer ein verschmitztes Laecheln uebrig. Liegt das vielleicht an meinem wunderschoenen Bart? Unter allen Menschen habe ich noch kein Barttraeger ausmachen koennen?

Am naechsten morgen wurde ich gleich von der Hostelbesitzerin zum Essen eingealden. Ich verbringe die naechsten 2 Tage mit einem schlecht englisch sprechenden Chinesen der mit dem Fahrrad 1182km im Kreis gefahren ist. Am morgen des 3. Tages mit 2 Chinesen, die mir ruhig und geduldig zu meinen Fragen Rede und Antwort stehen. Der 4. Tag und letzte ging fuer die obligatorische Stadtbesichtung beruehmte Plaetze, Parks und Gebaeude drauf.


Der 101 Turm steht voellig unscheinbar im Zentrum von Taipei. Selbst als ich direkt davor stand, wirkt er irgendwie klein. Zumindest nicht so gigantisch wie der 3 hoechste Turm der Welt. In nicht mal 40 Sekunden faehrt mich der schnellste Fahrstuhl nach oben. Kosten fuer das gute Gefaehrt ueber 2 Millionen Euro.


Oben haengt eine Kugel aus Beton. Fuer den Ausgleich der Schwankung unter anderen auch bei Erdbeben. 4000 Tonnen schwer und mit Blattgold ueberzogen.



Nach dem fast Halbmarathon durch die Stadt, hatte ich keine Lust mehr auf Beton und Glas. Mich zieht es in die Natur.

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